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Junge Forschung zum Klimawandel

Über 20 NachwuchswissenschafterInnen aus aller Welt stehen im Doktoratskolleg „Climate Change“ am Start

Lydia Omuko‐Jung studierte Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Klimaschutzrecht in Glasgow und Nairobi. In den kommenden drei Jahren wird sie nun an der Universität Graz forschen. Die Juristin aus Kenia ist eine von über 20 jungen WissenschafterInnen, die sich erfolgreich um eine Stelle im Doktoratskolleg (DK) „Klimawandel“ an der Universität Graz beworben haben. Die übrigen Mitglieder des DK kommen aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden, Belgien, Italien und Spanien, Bangladesch und Indien, Äthiopien, Kasachstan und dem Iran. Sie wurden aus 300 internationalen KandidatInnen ausgewählt und starten im Wintersemester 2018/19 ihre Doktoratsausbildung.

In ihrer Dissertation wird sich Lydia Omuko‐Jung mit rechtlichen Aspekten konsumbasierter Instrumente zur Minderung des Klimawandels widmen. Derzeit werden in der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) die Emissionsminderungsziele der Länder nur jenen Sektoren der Wirtschaft zugerechnet, in denen sie entstehen, etwa der Rohstoffindustrie und der Produktion. Dass die Staaten für verbrauchsabhängige Emissionen – und damit die KonsumentInnen der Produkte – eine Mitverantwortung tragen, findet keine Berücksichtigung. „Ziel meiner Doktorarbeit ist es, Maßnahmen zu entwickeln, mit denen konsumbasierte Emissionen in Österreich reguliert werden können, und diese Instrumente anschließend vor dem Hintergrund bestehender nationaler und internationaler rechtlicher Rahmenbedingungen zu evaluieren“, erklärt Omuko‐Jung und nennt ein Beispiel: „Wie etwa lässt sich eine Carbon Added Tax, eine Steuer auf den Kohlenstoff, der in einem Produkt enthalten ist, mit den Regelungen der Welthandelsorganisation sowie mit österreichischem und EU-Recht in Einklang bringen und darüber hinaus für EntscheidungsträgerInnen attraktiv gestalten?“

Die Juristin war in ihrem Fachbereich auch bereits als Expertin tätig, unter anderem in der Beratung von Regierungen in Entwicklungsländern, wie sie Klimaschutz und internationale Klimaabkommen in ihre Gesetzgebung integrieren können. „Das Doktoratskolleg an der Universität Graz bietet mir eine ausgezeichnete Möglichkeit, meine Expertise noch zu untermauern, um sie später hoffentlich in Forschung, Lehre und Beratung einsetzen zu können“, freut sich die Kenianerin. „Besonders interessant ist für mich, dass im DK so viele verschiedene Fachrichtungen vertreten sind, von den Rechts- über die Wirtschaftswissenschaften bis zu den Naturwissenschaften und der Philosophie. Ich profitiere sowohl von ihren unterschiedlichen Sichtweisen als auch von ihrer Expertise.“
Verbindend ist das gemeinsame Themenfeld. „Die NachwuchsforscherInnen werden sich vor allem zwei Fragen widmen“, erklärt DK-Sprecher Lukas Meyer, der als Philosoph zu Klimagerechtigkeit forscht: „Zum einen, welche wissenschaftlich fundierten, effizienten und ethisch vertretbaren Veränderungsstrategien hin zu einer emissionsreduzierten und klimaverträglichen Wirtschaft und Gesellschaft lassen sich entwickeln? Zum anderen, wie gehen die Menschen mit Unsicherheiten und Risiken hinsichtlich der klimatischen Veränderungen, vor allem durch Extremwetter, um?“

Exzellente Ausbildung
Getragen wird das DK von einer Faculty, bestehend aus zwölf ProfessorInnen und ihren Teams, die den DoktorandInnen ein exzellentes Forschungsumfeld mit Angeboten wie interdisziplinärem Co-Supervising, internationalen Konferenz- und Forschungsaufenthalten, Winter und Summer Schools, sowie adäquater Bezahlung bieten. Umgekehrt ist das Doktoratskolleg eine wichtige Säule sowie Impulsgeber für den Profilbildenden Bereich „Klimawandel und Nachhaltige Transformation“ der Universität Graz.
Das DK „Klimawandel – Unsicherheiten, Schwellenwerte und Strategien“ wird vom Wissenschaftsfonds FWF gefördert. Nach seinem ersten Durchgang von Oktober 2014 bis Juni 2018 wurde es nun für weitere vier Jahre bewilligt. Knapp drei Millionen Euro stellt der FWF zur Finanzierung von zwölf DoktorandInnen-Stellen zur Verfügung, eine fördert das Land Steiermark, acht weitere werden aus Mitteln der Universität Graz finanziert.

Mehr Austausch mit der Praxis
Mit der Verlängerung des DK haben auch einige Neuerungen Einzug gehalten. So wurde das Programm um den Fachbereich Umweltrecht erweitert. Außerdem erfährt der Konnex zur Praxis eine Stärkung. Zu diesem Zweck wird ein Stakeholder-Board eingerichtet: „Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Öffentlichen Einrichtungen sollen den jungen ForscherInnen beratend zur Seite stehen“, erklärt Olivia Koland. Die Umwelt- und Verkehrsökonomin übernahm vor kurzem gemeinsam mit Anna Schreuer die Koordination des DK, nachdem sie als Post-Doc zehn Jahre lang am Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz geforscht hat. Anna Schreuer hatte zuvor an der Universität Klagenfurt und am Interdisziplinären Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ) in Graz Forschungsprojekte zu Transformationsprozessen im Energiesystem durchgeführt.

Durch den Austausch mit den Mitgliedern des Stakeholder-Board lernen die DoktorandInnen nicht-akademische Sichtweisen verstehen und können ihre Forschung somit besser an den Bedürfnissen der Stakeholder orientieren. „Zudem soll es die Möglichkeit geben, ein bis drei Monate lang in einer Stakeholder-Organisation zu arbeiten“, ergänzt Koland. In diesem Zusammenhang erhält auch die Wissenschaftskommunikation in der Ausbildung mehr Gewicht, damit die jungen ForscherInnen Fähigkeiten erwerben, um sich später in privaten und öffentlichen Sektoren erfolgreich einbringen zu können.

>> DK Klimawandel

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